Neuseeländisches Gericht entscheidet, dass Kim Dotcom zur Auslieferung in die USA berechtigt ist.

Internet-Unternehmer Kim Dotcom und drei seiner ehemaligen Kollegen haben das Gerichtsverfahren verloren, welches die Auslieferung in die USA vermieden hätte.

Das neuseeländische Berufungsgericht bestätigte am Donnerstag frühere Gerichtsurteile, wonach die Männer zur Übergabe an die US-Behörden berechtigt waren.

Dotcoms Anwalt Ira Rothken sagte, sie seien von dem Urteil enttäuscht und planten, beim Obersten Gerichtshof Neuseelands Berufung einzulegen.

"Wir waren nun vor drei Gerichten mit jeweils einer anderen rechtlichen Analyse", schrieb Rothken auf Twitter.

Die jüngste Entscheidung kommt mehr als sechs Jahre, nachdem die US-Behörden Dotcoms File-Sharing-Website Megaupload geschlossen und Anklage wegen Verschwörung, Erpressung und Geldwäsche gegen die Männer erhoben haben.

Wenn sie für schuldig befunden werden, könnten sie Jahrzehnte im Gefängnis verbringen. Megaupload war einst eine der beliebtesten Seiten im Internet. US-Staatsanwälte sagen, dass es in mindestens 175 Millionen Dollar raked, vor allem von Menschen, die es verwenden, um illegal Songs, Fernsehsendungen und Filme herunterzuladen.

 

 

 

Dotcom argumentiert, dass er nicht für andere verantwortlich gemacht werden kann, die seine Website für illegale Zwecke nutzen, und dass jeder Fall gegen ihn vor einem Zivilgericht hätte verhandelt werden müssen. Er sagt, er habe nie in den USA gelebt oder sogar das Land besucht und dort keine Firma gehabt.

Geboren in Deutschland als Kim Schmitz, gründete Dotcom 2005 Megaupload. Einmal lebte er in einem Hotel in Hongkong, bevor er 2010 in Neuseeland eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung erhielt.

Er wurde 2012 in Neuseeland während eines dramatischen Polizeiüberfalls auf sein Anwesen verhaftet und für einen Monat inhaftiert, bevor er gegen Kaution freigelassen wurde.

Seitdem hat Dotcom ein Musikalbum veröffentlicht, eine weitere Internet-Tauschbörse namens Mega gegründet und eine politische Partei ins Leben gerufen, die die Wahl 2014 erfolglos angefochten hat.

Neben Dotcom, die Megaupload gegründet hat und deren größter Aktionär war, wollen die USA auch die ehemaligen Megaupload-Offiziere Mathias Ortmann, Bram van der Kolk und Finn Batato ausliefern.